Die Suchanfrage “Herbert Reul Krankheit” gehört seit Monaten zu den meistgestellten Fragen rund um den nordrhein-westfälischen Innenminister. Wer danach sucht, landet auf einer wachsenden Zahl von Online-Artikeln, die alle etwas Ähnliches behaupten: Bei Herbert Reul sei am linken Auge eine Veränderung zu erkennen, möglicherweise verursacht durch einen Netzhautvenenverschluss oder die seltene Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON).
Dieser Artikel geht anders vor. Statt diese Behauptungen zu wiederholen, wurde gezielt geprüft: Woher stammt jede einzelne Aussage, und lässt sie sich auf eine echte Quelle zurückführen – eine Presseagentur, ein Zitat des Ministeriums, ein Interview? Das Ergebnis fällt zweigeteilt aus: Es gibt genau eine belegte gesundheitliche Meldung zu Herbert Reul. Alles, was zum Auge kursiert, ließ sich bei der Recherche auf keine einzige Primärquelle zurückführen.
Kurzüberblick – was ist belegt, was nicht?
| Behauptung | Status | Quelle |
| Coronavirus-Infektion, Februar 2021 | Belegt | dpa-Meldungen, t-online, Ministeriumssprecherin |
| Zehn Tage Quarantäne, Amtsgeschäfte im Homeoffice | Belegt | Ministeriumssprecherin, mehrere Nachrichtenportale |
| Sichtbare Veränderung am linken Auge | Nicht belegt | Ausschließlich Online-Blogs, keine Primärquelle auffindbar |
| Netzhautvenenverschluss | Nicht belegt | Behauptung einzelner Blogs, ohne Quellenangabe |
| Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON) | Nicht belegt | Behauptung einzelner Blogs, ohne Quellenangabe |
| Tumor am Augenlid | Nicht belegt | Vereinzelt erwähnt, ohne Quellenangabe |
| Ärztliche Behandlung des Auges | Nicht belegt | Behauptung einzelner Blogs, ohne Quellenangabe |
| Weiterhin aktiv im Amt (Stand 2026) | Belegt | Öffentliche Termine, u. a. Klinikum Dortmund, Juli 2026 |
Wer ist Herbert Reul?
Herbert Reul (CDU), geboren am 31. August 1952 in Langenfeld im Rheinland, ist seit Juni 2017 Innenminister von Nordrhein-Westfalen und damit für Polizei, öffentliche Sicherheit und zahlreiche innenpolitische Entscheidungen im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands verantwortlich. Zuvor war er 13 Jahre lang Mitglied des Europäischen Parlaments. Durch seine jahrzehntelange politische Karriere und seine aktuelle Position steht er praktisch täglich vor Kameras – bei Pressekonferenzen zu Kriminalfällen, bei Landtagsdebatten oder bei Sicherheitslagen.
Diese ständige mediale Präsenz ist der eigentliche Ausgangspunkt der Suchanfrage “Herbert Reul Krankheit“: Zuschauer, die einen Politiker über Jahre hinweg regelmäßig sehen, vergleichen automatisch ältere und neuere Auftritte und reagieren empfindlich auf jede wahrgenommene Veränderung – unabhängig davon, ob dafür eine gesundheitliche Ursache vorliegt oder ob es sich um Effekte von Kameralicht, Winkel, Müdigkeit oder schlicht das Alter handelt.
Der einzige belegte Fall: Corona-Infektion im Februar 2021
Die einzige Meldung zur Gesundheit von Herbert Reul, die sich auf eine echte Quelle zurückführen lässt, stammt aus dem Februar 2021. Damals wurde er – mit 68 Jahren – als erstes Mitglied der nordrhein-westfälischen Landesregierung positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Schnelltest fiel positiv aus, ein anschließender PCR-Test bestätigte die Infektion. Eine Sprecherin des Innenministeriums teilte damals mit, es gehe dem Minister den Umständen entsprechend gut und er führe seine Amtsgeschäfte von zu Hause aus weiter. Reul begab sich für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Mehrere unabhängige Nachrichtenportale berichteten übereinstimmend darüber, unter anderem t-online und Der Nordschleswiger.
Dieser Fall zeigt, wie eine echte, überprüfbare Meldung zur Herbert Reul Krankheit aussieht: mit Datum, einem Zitat einer offiziellen Sprecherin und übereinstimmender Berichterstattung mehrerer unabhängiger Quellen. An genau diesem Maßstab wurde die folgende Augen-Behauptung gemessen – und sie besteht ihn nicht.
Die unbelegte Behauptung: Angebliche Augenerkrankung
Eine wachsende Zahl von Online-Artikeln behauptet, Herbert Reul zeige bei öffentlichen Auftritten eine sichtbare Veränderung am linken Auge – mal beschrieben als kleiner, geschwollen, gerötet oder “matt wirkend”. Aus dieser Beobachtung heraus wird in denselben Artikeln häufig eine konkrete Diagnose abgeleitet.
Für diesen Artikel wurde gezielt geprüft, ob sich diese Behauptungen auf eine seriöse Quelle zurückführen lassen – etwa eine dpa-Meldung, einen WDR- oder Rheinische-Post-Bericht, oder eine offizielle Mitteilung des NRW-Innenministeriums. Eine solche Quelle wurde nicht gefunden. Stattdessen zitieren sich mehrere thematisch nahezu identische Blog-Artikel offenbar gegenseitig, ohne dass irgendeiner von ihnen eine Primärquelle nennt. Auffällig ist zudem, dass die Sicherheit der Formulierungen stark schwankt: Manche Artikel schreiben vorsichtig “könnte” oder “wird vermutet”, andere behaupten ohne jede Quellenangabe direkt, Reul “leide an” einer bestimmten Krankheit.
Welche Diagnosen werden genannt – und was steckt medizinisch dahinter?
Auch wenn keine dieser Diagnosen belegt ist, lohnt zum Verständnis ein Blick darauf, was die genannten Krankheitsbilder eigentlich bedeuten:
Netzhautvenenverschluss (Retinale Venenokklusion, RVO): Eine Blockade einer für den Blutabtransport zuständigen Netzhautvene, die zu Einblutungen, Schwellungen und einer Verminderung der Sehkraft führen kann. Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte und fortgeschrittenes Alter. Behandelt wird meist mit intravitrealen Injektionen oder Laserbehandlungen der Netzhaut.
Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON): Eine seltene, genetisch bedingte, mitochondrial vererbte Erkrankung des Sehnervs, die typischerweise zu einem fortschreitenden Verlust des zentralen Sehvermögens führt, meist beginnend auf einem Auge. Sie betrifft statistisch überwiegend jüngere Männer. Eine vollständige Heilung gibt es bisher nicht.
Tumor am Augenlid: In einzelnen Artikeln erwähnt, ohne weitere Einordnung oder Quellenangabe.
Ptosis: Eine leichte muskuläre Schwäche des Augenlids, oft altersbedingt, wodurch das Auge kleiner wirken kann. Gilt medizinisch als deutlich harmloser als die oben genannten Diagnosen.
Reizung, Schwellung, vaskuläre Alterserscheinungen: Alltägliche, meist harmlose Ursachen wie Stress, Müdigkeit, Bildschirmarbeit, Allergien oder altersbedingte Veränderungen der Blutgefäße.
Wichtig: Diese Erklärungen stehen hier als allgemeine medizinische Hintergrundinformation, nicht als Aussage darüber, was bei Herbert Reul tatsächlich vorliegt. Für keine der genannten Diagnosen existiert ein belegbarer Zusammenhang mit seiner Person.
Warum kursieren so viele widersprüchliche Artikel?
Ohne offizielle Auskunft von Reul selbst oder seinem Ministerium füllen zahlreiche Online-Redaktionen die Informationslücke mit eigenen Einordnungen. Solche Artikel stützen sich, soweit erkennbar, ausschließlich auf Beobachtungen bei TV-Auftritten und aufeinander – nicht auf ärztliche Befunde oder Presseanfragen an das Ministerium. Das erklärt, warum sich die Einschätzungen zwischen einzelnen Artikeln teils deutlich widersprechen: von potenziell ernsten Diagnosen bis zu rein kosmetischen, harmlosen Erklärungen.
Was ist mit seiner aktuellen Amtsführung?
Unabhängig von den Augen-Behauptungen lässt sich ein Punkt klar belegen: Herbert Reul ist weiterhin aktiv im Amt. Noch im Juli 2026 – mit inzwischen 73 Jahren – informierte er sich persönlich vor Ort im Klinikum Dortmund über ein neues Sicherheitskonzept zum Schutz von Klinikpersonal. Dieser Termin hat mit seiner eigenen Gesundheit nichts zu tun, zeigt aber, dass er weiterhin öffentliche Außentermine wahrnimmt. Auch bei Pressekonferenzen und Landtagsdebatten tritt er regelmäßig auf.
Sourcing dieses Artikels
Für diesen Beitrag wurde eine gezielte Recherche durchgeführt, ob es zu einer Augenerkrankung von Herbert Reul eine seriöse Presse- oder Nachrichtenquelle gibt (dpa, WDR, Rheinische Post, offizielle Mitteilung des NRW-Innenministeriums). Es wurde keine gefunden. Eine zusätzliche Recherche nach weiteren gesundheitlichen Ereignissen (Suchzeitraum bis August 2026) ergab ebenfalls keine über die Corona-Infektion 2021 hinausgehende, offiziell bestätigte Erkrankung.
Für diesen Artikel gilt deshalb:
- Keine der genannten Augen-Diagnosen wurde von Herbert Reul, seinem Büro oder einer behandelnden Ärztin/einem behandelnden Arzt öffentlich bestätigt.
- Wo andere Online-Artikel eine Diagnose als feststehenden Fakt formulieren, handelt es sich nach aktuellem Rechercheergebnis um unbelegte Behauptungen, die dieser Artikel bewusst nicht übernimmt.
- Bei Fragen zur eigenen Augengesundheit ersetzt dieser Artikel keinesfalls eine augenärztliche Untersuchung.
Mehr lesen: Freddie Highmore Krankheit: Die Wahrheit im Check
Häufig gestellte Fragen zur Herbert Reul Krankheit
Der Begriff wird für zwei völlig unterschiedliche Dinge verwendet. Belegt ist eine Coronavirus-Infektion im Februar 2021. Unbelegt sind die zahlreichen Online-Behauptungen zu einer Augenerkrankung – für keine davon ließ sich bei der Recherche eine Primärquelle finden.
Ja, belegt ist eine Coronavirus-Infektion im Februar 2021, bei der er sich zehn Tage in häusliche Quarantäne begab und seine Amtsgeschäfte von zu Hause aus weiterführte. Die Symptome galten damals als mild.
Das lässt sich derzeit nicht sagen. Zahlreiche Online-Artikel behaupten dies, aber keiner von ihnen nennt eine überprüfbare Quelle. Weder Reul selbst noch sein Ministerium haben eine solche Erkrankung öffentlich bestätigt.
Unter anderem Netzhautvenenverschluss, die seltene Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON), ein Tumor am Augenlid sowie harmlosere Erklärungen wie Reizung oder Ptosis. Keine dieser Diagnosen ist belegt.
Nach allem, was öffentlich sichtbar ist: nein. Reul nimmt weiterhin regelmäßig an Terminen teil, zuletzt etwa im Juli 2026 bei einem Besuch im Klinikum Dortmund.
Weil eine unbeantwortete Frage bei einer öffentlichen Person hohes Suchinteresse erzeugt. Ohne offizielle Auskunft füllen Online-Redaktionen diese Lücke mit eigenen Vermutungen, die sich gegenseitig zitieren, statt auf eine gemeinsame, überprüfbare Quelle zurückzugehen.
Ja. Er ist weiterhin Innenminister von Nordrhein-Westfalen und öffentlich aktiv.
Fazit
Zur Herbert Reul Krankheit lässt sich nach eingehender Prüfung ein klares Fazit ziehen: Es gibt genau eine belegte gesundheitliche Meldung – die Coronavirus-Infektion im Februar 2021. Alles, was in zahlreichen Online-Artikeln zu einer angeblichen Augenerkrankung behauptet wird, von Netzhautvenenverschluss bis LHON, ließ sich bei dieser Recherche auf keine einzige überprüfbare Quelle zurückführen.
Das bedeutet nicht zwingend, dass an den Beobachtungen nichts dran ist – es bedeutet, dass dafür bislang kein Beleg vorliegt, der über gegenseitig zitierende Blogartikel hinausgeht. Wer nach verlässlichen Informationen sucht, sollte diesen Unterschied im Kopf behalten und Behauptungen, die als Fakt formuliert sind, kritisch hinterfragen. Was sich unabhängig davon sagen lässt: Herbert Reul ist weiterhin aktiv im Amt und nimmt regelmäßig öffentliche Termine wahr.
